Gestern hat der Rückruf noch geklappt, heute schaut dich dein Hund an, als hätte er seinen Namen nie gehört? Willkommen in der Pubertät. Junghundetraining heißt in dieser Phase vor allem: ruhig bleiben, dranbleiben und dem Hund einen klaren Rahmen geben. In diesem Beitrag erfährst du, was in deinem Junghund gerade passiert und was im Alltag wirklich hilft.
Je nach Rasse und Größe beginnt die Pubertät meist zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat und kann bis ins zweite oder dritte Lebensjahr andauern. In dieser Zeit wird das Gehirn deines Hundes regelrecht umgebaut, dazu kommen die Hormone. Das Ergebnis kennst du vielleicht: Dein Hund ist schneller aufgeregt, lässt sich leichter ablenken, testet Grenzen und reagiert plötzlich unsicher auf Dinge, die ihm früher egal waren.
Wichtig zu wissen: Dein Hund macht das nicht, um dich zu ärgern. Er hat das Gelernte auch nicht vergessen. Er kann es in aufregenden Momenten nur schlechter abrufen.
Was heute gilt, gilt auch morgen, und zwar bei allen in der Familie. Gerade jetzt gibt deinem Hund ein verlässlicher Rahmen Sicherheit. Lieber wenige Regeln, die du immer einhältst, als viele, die nur manchmal gelten.
Jeder Rückruf, der nicht klappt, ist eine Übung im Weghören. Sichere deinen Hund deshalb in dieser Phase mit einer Schleppleine am Geschirr. So bleibt der Rückruf zuverlässig und dein Hund lernt nicht, dass sich Durchstarten lohnt.
Übe lieber mehrmals am Tag ein paar Minuten als einmal eine halbe Stunde. Und wenn etwas draußen nicht mehr klappt: Geh einen Schritt zurück, übe mit weniger Ablenkung und baue die Schwierigkeit langsam wieder auf. Das ist kein Rückschritt, sondern ganz normales Junghundetraining.
Ein Junghund braucht viel Schlaf und Pausen. Wer seinen Hund den ganzen Tag bespaßt, bekommt selten einen ausgeglichenen, sondern oft einen überdrehten Hund. Feste Ruhezeiten und ein ruhiger Liegeplatz helfen mehr als das nächste Auslastungsprogramm.
Dein Hund muss nicht zu jedem Hund hin. Achte auf ausreichend Abstand, belohne ruhiges Verhalten und suche dir passende Kontakte gezielt aus. Gute Erfahrungen in dieser Zeit zahlen sich später aus.
In der Pubertät fällt uns vor allem auf, was nicht klappt. Dreh den Blick um: Dein Hund schaut dich von sich aus an, bleibt an lockerer Leine, legt sich hin? Genau das verdient deine Aufmerksamkeit und eine Belohnung.
Wenn du merkst, dass der Frust auf beiden Seiten wächst, dein Hund an der Leine pöbelt oder der Rückruf gar nicht mehr funktioniert, lohnt sich ein Blick von außen. Oft sind es Kleinigkeiten im Timing oder im Alltag, die einen großen Unterschied machen.
Im Junghundekurs üben wir in der Gruppe genau diese Themen: Rückruf, Leinenführigkeit, Ruhe und Begegnungen unter Ablenkung. Wenn du lieber ganz individuell an eurem Thema arbeiten möchtest, ist das Einzeltraining der passende Weg.
Die Pubertät geht vorbei. Mit klaren Regeln, Geduld, genügend Ruhe und einem Training in kleinen Schritten kommt ihr gut durch diese Zeit und legt die Grundlage für einen entspannten Alltag mit deinem erwachsenen Hund.
Du hast Fragen zu deinem Junghund? Schreib mir gerne, ich freue mich auf euch.
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